💛 Erfahrungsbericht · Schwangerschaft · ab der 34. SSW
Der Automat war leer.
Es war 3:40 Uhr, ich lag in einem Vorwehenzimmer mit lindgrünen Wänden, und mein Mann kam mit genau einer Sache zurück: einer Tüte Gummibärchen aus dem letzten Fach. Die Cafeteria hatte seit sieben Stunden zu, der Kiosk öffnete erst um halb acht. Und in meiner liebevoll gepackten Kliniktasche? Drei Strampler in Größe 50, Stilleinlagen, ein Föhn, den ich nie benutzt habe – und kein einziger Gedanke an Essen.
Wenn du gerade in der 34., 35. oder 36. SSW sitzt und überlegst, welche Snacks für die Geburt du einpacken sollst, dann erzähle ich dir heute alles, was ich bei meiner ersten Geburt falsch und bei der zweiten richtig gemacht habe. Und vorab die eine Erkenntnis, die mir beim zweiten Mal so viel Druck genommen hat.
Denn die meisten von uns denken bei Snacks für die Geburt an die Wehen. An die große Kraftanstrengung. An die Frage „Was darf ich da überhaupt essen?“. Die Wahrheit ist viel unspektakulärer – und viel entlastender:
Die meisten Stunden im Krankenhaus sind gar nicht Geburt. Sie sind Warten.
Warten aufs CTG. Warten darauf, dass die Einleitung anschlägt. Warten, dass der Muttermund was tut. Warten, bis die Visite kommt. Und danach: die hungrigste Nacht deines Lebens, mit einem Baby auf der Brust und einer geschlossenen Kantine. Deine Snacktasche ist nicht in erster Linie für die Wehen – sie ist für alles drumherum. Und ob und was du während der aktiven Geburt isst, musst du gar nicht allein planen. Das klären deine Klinik und deine Hebamme mit dir. Sprich sie einfach vorher darauf an.
Was ich beim ersten Mal falsch gemacht habe (Spoiler: ziemlich viel)
Ich war eine gute Planerin. Wirklich. In der 35. SSW stand meine Tasche fertig im Flur, mit Packliste abgehakt. Nur stand auf dieser Liste ungefähr alles – außer genug zu Essen. Ich hatte im Kopf: Im Krankenhaus wird man mit Essen versorgt. Stimmt ja auch. Irgendwie.
Fehler 1: Ich habe mit Wartezeit nicht gerechnet
Zwischen der ersten Wehe und dem Moment, in dem ich tatsächlich in den Kreißsaal durfte, lagen knapp 20 Stunden. Zwanzig! Ich habe in dieser Zeit Klinikmahlzeiten bekommen – mein Mann keine einzige. Er hat sich von Automatenkaffee und einer Brezel ernährt, die er bei einem Zwischenstopp zu Hause gekauft hat. Am zweiten Abend war er so blass, dass die Hebamme ihn fragte, ob er sich hinlegen möchte.
Fehler 2: Notkäufe aus dem Automaten
Gummibärchen, ein eingeschweißtes Sandwich mit Toastbrot, ein Schokoriegel. Ich habe die halbe Tüte Gummibärchen in einer Wehenpause gegessen, mich zehn Minuten lang großartig gefühlt – und dann zittrig, fahrig und noch hungriger als vorher. Das kennst du vielleicht aus dem Alltag: schnell rein, schnell wieder weg. Nur dass man im Wehenzimmer nicht mal eben in die Küche gehen kann.
Fehler 3: Beim zweiten Packversuch zu viel Frisches
Als ich (nach der ersten Nacht) meinen Mann mit einer Einkaufsliste nach Hause schickte, kam er mit Bananen, Joghurt und Weintrauben zurück. Lieb gemeint. Der Joghurt war ohne Kühlschrank nach einem halben Tag lauwarm, die Bananen hatten nach einem Tag in der Tasche braune Druckstellen, und die Weintrauben rollten irgendwann einzeln unter das Bett.
Fehler 4: Drei Low-Sugar-Riegel hintereinander
Das hier ist mir ein bisschen peinlich. Auf der Wochenbettstation habe ich nachts beim Stillen drei Riegel mit Süßungsmitteln am Stück gegessen. Mein Bauch hat sich am nächsten Morgen sehr deutlich beschwert. Süßungsmittel wie Maltit oder Erythrit können in größeren Mengen abführend wirken und Bauchschmerzen bringen – das steht sogar klein auf der Verpackung. Ich hatte es nur nie gelesen.
Fehler 5: Chips im Mehrbettzimmer
Kleiner Bonus: Eine Chipstüte um zwei Uhr nachts zu öffnen, während andere Mamas mit Neugeborenen gerade eingeschlafen sind, ist ungefähr so leise wie ein Feuerwerk. Ich habe die Tüte wieder zugemacht und bin hungrig geblieben. Seitdem gilt für mich: Snacks fürs Krankenhaus müssen leise sein.
Warum Snacks für die Geburt mehr sind als Nervennahrung
Wenn ich heute zurückschaue, waren es drei Situationen, in denen gute Snacks gefehlt haben. Keine davon war die eigentliche Geburt.
1. Die lange Wartezeit. Ob Latenzphase zu Hause, Einleitung über mehrere Tage oder ein Blasensprung ohne Wehen: Bis es „richtig“ losgeht, vergehen oft viele Stunden. In dieser Zeit sitzt du nicht hungrig neben deinem Körper und wartest – du lebst ganz normal weiter, nur eben mit Wehen. Mit Stunden zwischen den Mahlzeiten, mit Spaziergängen über den Klinikflur, mit Nervosität im Bauch.
2. Dein Partner (oder deine Begleitperson). In vielen Kliniken bekommst nur du als Patientin ein Essenstablett. Deine Begleitung ist auf Cafeteria, Automaten oder Lieferdienst angewiesen – und gerade nachts und am Wochenende ist da oft nicht viel. Ein satter Partner ist ein geduldiger Partner. Und du willst in der Übergangsphase niemanden neben dir, der „mal kurz was zu essen sucht“.
3. Die Zeit direkt danach. Das hat mich bei meinem ersten Kind völlig überrascht: Ungefähr eine Stunde nach der Geburt hatte ich einen Hunger, wie ich ihn noch nie erlebt hatte. Es war kurz nach Mitternacht. Die Hebamme hat mir zum Glück zwei Scheiben Brot organisiert – aber ich weiß, dass das nicht jede Klinik zu jeder Uhrzeit kann.
🔬 Was Studien und Fachleute zeigen
Als ich vor meiner zweiten Geburt angefangen habe zu recherchieren, wollte ich vor allem wissen: Was davon ist Hebammenweisheit, was ist belegt? Das habe ich gefunden:
Studie: Al-Kuran et al. (2011), Journal of Obstetrics and Gynaecology
Frauen, die ab der vollendeten 36. SSW täglich etwa sechs Datteln aßen (69 Teilnehmerinnen), hatten bei Ankunft in der Klinik häufiger eine intakte Fruchtblase und brauchten seltener wehenfördernde Mittel als die Vergleichsgruppe ohne Datteln. Spätere Studien aus dem Iran und eine Übersichtsarbeit (Nasiri et al., 2019) fanden ähnliche Hinweise.
Was das für dich bedeutet: Die Studien sind klein und die Ergebnisse vorsichtig zu lesen – ein Garant für eine leichtere Geburt sind Datteln nicht. Als Snack sind sie trotzdem praktisch: lange haltbar, natürlich süß, ohne zugesetzten Zucker. Wenn du Schwangerschaftsdiabetes hast, kläre die Menge vorher mit deinem Diabetesteam ab, denn Datteln enthalten viel Fruchtzucker.
Empfehlung: Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE/ÖGE), Referenzwerte Energie (2024)
Für Frauen, die in den ersten vier bis sechs Monaten ausschließlich stillen, nennt die DGE als Richtwert etwa 500 Kilokalorien zusätzlich pro Tag.
Was das für dich bedeutet: Dein Riesenhunger im Wochenbett ist kein Kontrollverlust, sondern Biologie. Gute Snacks in Reichweite sind keine Nascherei, sondern Versorgung.
Leitlinie: S3-Leitlinie Gestationsdiabetes der DDG und DGGG (2018, AWMF 057/008) sowie Leitlinie zur Betreuung Neugeborener diabetischer Mütter
Bei Schwangerschaftsdiabetes wird der Blutzucker des Babys nach der Geburt in festen Abständen kontrolliert, und frühes, häufiges Anlegen wird ausdrücklich gefördert.
Was das für dich bedeutet: Die Klinik hat für dich und dein Baby einen Plan. Du musst die Geburt nicht allein „durchmanagen“. Frag beim Anmeldegespräch einfach nach, wie es in deiner Klinik läuft.
12 zuckerfreie Snacks für die Geburt
Bei meiner zweiten Schwangerschaft habe ich in der 36. SSW eine eigene Snacktasche gepackt. Meine Kriterien waren streng: ungekühlt mindestens vier Wochen haltbar, möglichst wenig Krümel, leise Verpackung, einhändig essbar und so zusammengesetzt, dass er wirklich satt macht – also mit Eiweiß, Fett oder Ballaststoffen statt nur schnellem Zucker.
Kurz zur Begriffsklärung, damit wir ehrlich bleiben: „Zuckerfrei“ heißt hier ohne zugesetzten Zucker. Datteln oder Trockenobst enthalten natürlich Fruchtzucker – den zähle ich nicht als Industriezucker, aber er ist da. Wenn du unter Diabetes leidest, solltest du dich nochmal zusätzlich informieren, was du essen darfst.
Für die lange Wartezeit: sättigend und haltbar
1. Nussmischung* in Mini-Portionen. Mein absoluter Grundpfeiler. Ich fülle eine große Packung zu Hause in kleine Zipbeutel* à eine Handvoll um. So isst man nicht aus Nervosität die halbe Tüte, und dein Partner kann sich einen Beutel in die Hosentasche stecken.
2. Dattel-Nuss-Riegel* mit kurzer Zutatenliste. Meine Lieblinge waren Riegel, die wirklich nur aus Datteln, Nüssen bzw. Nussmus, Haferflocken und einer Prise Salz bestehen. Insider-Tipp aus eigener Erfahrung: Nicht jeder „Rohkostriegel“ ist automatisch ohne Zuckerzusatz – manche Sorten enthalten Agavensirup oder gezuckerte Trockenfrüchte. Dreh die Packung immer einmal um.
3. Zwei-Zutaten-Riegel aus Datteln und Cashews*. Weich, mild, auch dann noch essbar, wenn dir eigentlich nichts schmeckt. Perfekt für die Phase, in der du zwar Energie brauchst, aber auf nichts Lust hast.
4. Datteln pur*. Zwei, drei Stück mit ein paar Nüssen kombiniert – das Fett aus den Nüssen macht den Snack länger satt als Datteln allein. Bei Schwangerschaftsdiabetes bitte vorher mit dem Diabetesteam besprechen (siehe Extra-Kasten unten).
Für meine zweite Kliniktasche habe ich fast alles bei KoRo bestellt: eine große Nussmischung zum Umfüllen, Bio-Datteln und die Bio Nut Butter Bars (Erdnuss), die nur mit Datteln gesüßt sind. Dazu die Rohkostriegel aus Datteln und Cashews. Die großen Packungen sind günstiger pro Kilo, und was nach der Geburt übrig war, haben wir im Wochenbett einfach weitergesnackt.
Ehrlicher Nachteil: Die Großpackungen sind für eine einzige Kliniktasche eigentlich zu viel – teile sie dir mit einer Freundin, die auch schwanger ist, oder plane das Wochenbett gleich mit ein.
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5. Vollkorn-Knäckebrot mit Nussmus*. Knäcke hält ewig und ist stabil genug für jede Tasche. Nussmus* gibt es inzwischen in kleinen Portionsbeuteln – oder du füllst etwas in ein kleines Schraubglas.
6. Geröstete Kichererbsen*. Für alle, die es salzig mögen. Selbst geröstet (Kichererbsen abtropfen, mit Öl und Paprika im Ofen knusprig rösten, komplett auskühlen lassen) halten sie in einer Dose gut eine Woche – also eher etwas für die Last-Minute-Liste. Gekauft halten sie deutlich länger.
Snacks für den Kreißsaal: klein, leise, krümelarm
Hier noch mal ganz deutlich: Ob du während der aktiven Geburt etwas isst, entscheidest du gemeinsam mit deiner Hebamme und deiner Klinik. Sprich das am besten schon beim Anmeldegespräch an. Was ich hier aufzähle, sind die Dinge, die ich im Kreißsaal griffbereit hatte – für Wartephasen, für meinen Mann und für die Zeit direkt nach der Geburt.
7. Gefriergetrocknete Früchte* ohne Zuckerzusatz. Fast nichts wiegen, zergehen im Mund, krümeln kaum. Erdbeeren* und Himbeeren* waren mein Favorit, weil sie so frisch schmecken – nach Stunden mit trockenem Mund eine echte Wohltat.
8. Selbstgemachte Energy Balls. Mein Lieblingssnack, den ich in der 37. SSW vorbereitet und eingefroren habe. Die Basis ist bei mir Dattelpaste – wie du die ganz einfach selbst machst, habe ich dir in Dattelpaste selbst herstellen – die perfekte zuckerfreie Alternative aufgeschrieben. Mit Haferflocken, gemahlenen Nüssen und etwas Kakao zu Kugeln rollen, einfrieren – und wenn es losgeht, eine Dose aus dem Gefrierfach in die Tasche. Bis du Hunger bekommst, sind sie aufgetaut.
9. Ein „Nervennahrungs“-Riegel ohne Zuckerzusatz.* Ja, ich gönne mir für schwierige Momente einen Schokoriegel. Nur eben einen ohne zugesetzten Zucker. Aus Fehler Nummer 4 habe ich gelernt: einer, nicht drei.
Wenn ich Lust auf „richtige“ Schokolade habe, greife ich zu den Nussriegeln von ahead, zum Beispiel Salted Peanut Caramel oder Hazelnut Crunch. Sie sind ohne Zuckerzusatz, haben viel Nuss und schmecken wirklich nach Süßigkeit – mein Mann hat im Kreißsaal zwei davon verdrückt. Ehrlicher Nachteil: Sie sind mit Süßungsmitteln gesüßt. Die vertragen nicht alle gut, und in größeren Mengen können sie auf den Bauch schlagen.
Mein Tipp: maximal ein Riegel am Stück und vorher zu Hause testen, ob du ihn verträgst.
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Für den Partner – und für die Nacht danach
10. Eingefrorene Vollkornbrote. Der beste Trick, den mir eine Freundin verraten hat: In der 38. SSW ein paar Vollkornbrote mit Käse oder Frischkäse belegen, einzeln einwickeln und einfrieren. Wenn es losgeht, kommen sie in die Tasche und tauen langsam auf. Ein echtes Brot um Mitternacht ist Gold wert – für dich und für ihn.
11. Hartkäse-Würfel und Gemüsesticks von der Last-Minute-Liste. Alles, was gekühlt werden muss, gehört nicht in die vorgepackte Tasche, sondern auf einen Zettel am Kühlschrank: „Wenn es losgeht, mitnehmen“. Auf meinem stand: Käsewürfel, Karotten- und Gurkensticks, die Energy Balls aus dem Gefrierfach, die eingefrorenen Brote. Im Ernstfall denkt niemand mehr klar – aber jeder kann einen Zettel abarbeiten.
12. Haferkekse ohne Zucker.* Selbst gebacken aus Haferflocken, zerdrückter Banane und Nüssen halten sie in einer Dose ein paar Tage. Mein Mann hat sie „Wartezimmerkekse“ getauft und sie bei der zweiten Geburt an die Hebammen verteilt. Ich glaube, wir waren an diesem Abend sehr beliebt.
Getränke: Das gehört neben die Snacks in die Tasche
Mein Mund war bei beiden Geburten trocken wie Pappe. Auf Getränke achten wir oft noch weniger als auf Essen – dabei sind sie genauso wichtig.
Wasser – in der richtigen Flasche. Klingt banal, aber der Trick liegt im Deckel: Nimm eine Trinkflasche mit Strohhalm oder Trinkhalm-Aufsatz. Wenn du auf der Seite liegst, im Vierfüßlerstand bist oder auf dem Ball sitzt, kannst du daraus trinken, ohne dich aufzurichten. Dein Partner kann sie dir einfach hinhalten. Nachfüllen geht auf Station meist problemlos.
Ungesüßter Tee in der Thermoskanne*. Viele Stationen haben Tee, aber eben nicht immer im richtigen Moment. Ich hatte eine Thermoskanne* mit lauwarmem Kräutertee dabei, den ich zu Hause kurz vor der Abfahrt aufgegossen habe. Warmes zu trinken hat mich in der Wartephase überraschend beruhigt.
Kokoswasser. Ohne Zuckerzusatz* und angenehm mild – viele Mamas schwören darauf. Ehrlicherweise: Es enthält von Natur aus etwas Zucker. Bei Schwangerschaftsdiabetes deshalb lieber vorher absprechen.
Etwas Geschmack fürs Wasser. Wenn dir pures Wasser nach Stunden nicht mehr runtergeht: ein paar Tropfen zuckerfreier Sirup, etwa der Ice-Tea-Sirup* von ahead. Auch hier gilt: mit Süßungsmitteln gesüßt, also vorher zu Hause probieren.
💛 Ich dachte, ich müsste mich auf die Geburt vorbereiten wie auf einen Marathon. Dabei habe ich vor allem für das Warten, für meinen Mann und für die Stunde danach gepackt. Was während der Wehen passiert, durfte ich getrost meiner Hebamme und meinem Körper überlassen – und genau das hat mir die Angst genommen.
Snacks fürs Wochenbett: Wenn der Hunger erst richtig losgeht
Der Hunger, der mich eine Stunde nach der Geburt überfallen hat, war nur der Anfang. In den ersten Wochen mit Baby habe ich nachts beim Stillen gegessen, als hätte ich tagelang gefastet. Ich habe mich damals ein bisschen geschämt – bis ich gelesen habe, dass die DGE für Stillende in den ersten vier bis sechs Monaten etwa 500 Kilokalorien zusätzlich pro Tag als Richtwert nennt. Dein Körper produziert Milch rund um die Uhr. Natürlich hast du Hunger.
Was mir im Wochenbett geholfen hat:
Eine feste Snack-Station am Still-Platz. Neben dem Bett und neben dem Sofa stand bei mir je ein kleiner Korb*: Wasserflasche mit Strohhalm, eine Snackbox mit Nüssen und Dattelriegeln, Reiswaffeln. Mein Mann hat ihn jeden Abend aufgefüllt – das war sein Ritual, und ich habe es geliebt.
Einhändig essbar. Alles, was du mit Messer, Gabel oder zwei Händen essen musst, kannst du mit einem Baby im Arm vergessen. Energy Balls, Riegel, belegte Brote in Streifen geschnitten, Käsewürfel.
Etwas Süßes ohne Zuckerzusatz. Reiswaffeln mit Dattel-Haselnuss-Creme* (die von KoRo besteht nur aus Datteln, Haselnüssen und Kakao) waren mein Wochenbett-Seelenfutter.
Im ersten Wochenbett habe ich mich oft gefragt: Ist das normal? Darf ich schon spazieren gehen? Habe ich heute überhaupt etwas gegessen? Genau deshalb gibt es diesen Kalender: 40 Tage, eine Seite pro Tag, mit einem kleinen Impuls und praktischen Tipps – auch zum Thema Essen und Trinken. Er passt für die Zeit direkt ab der Geburt und eignet sich wunderbar zum Vorbereiten in den letzten Schwangerschaftswochen.
Ehrlicher Hinweis: Er ist zum Ausdrucken gedacht, du brauchst also einen Drucker – und er ersetzt natürlich nicht deine Wochenbett-Hebamme.
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Extra: Snacks für die Geburt bei Schwangerschaftsdiabetes
Wenn du Schwangerschaftsdiabetes hast, sieht deine Snacktasche ein bisschen anders aus – und das ist völlig okay. Ich weiß, wie sehr diese Diagnose verunsichern kann. Gerade die Frage „Und was ist mit der Geburt?“ hat mich damals nachts wachgehalten.
Was wirklich wichtig ist, gehört nicht hinter ein Formular, deshalb hier ganz offen:
• Sprich vorher mit deinem Diabetesteam und deiner Klinik darüber, wie es unter und nach der Geburt mit Blutzuckermessung, Insulin (falls du welches nimmst) und Essen weitergeht. Viele Praxen geben dir dafür einen klaren Plan mit.
• Pack Mutterpass, Blutzucker-Tagebuch und Arztbrief mit ein, wenn dein Team das so möchte.
• Datteln, Trockenobst und Kokoswasser enthalten natürlichen Zucker. Kläre ab, ob und wie viel davon für dich passt. Nüsse, Käse, Kichererbsen und Vollkornbrot sind oft unkompliziertere Begleiter.
• Dein Baby wird nach der Geburt in festen Abständen kontrolliert und früh angelegt – das ist Routine und kein Zeichen, dass etwas nicht stimmt.
Welche Snacks sich unterwegs (und damit auch im Krankenhaus) bewährt haben, habe ich in Unterwegs mit Schwangerschaftsdiabetes: Die Notfall-Snackliste, die dich rettet gesammelt.
Und wenn du die Diagnose erst vor Kurzem bekommen hast und dir für die letzten Wochen bis zur Geburt mehr Struktur wünschst: Den kompletten 7-Tage-Plan mit Frühstück, Mittag, Abendessen und Snacks, die Einkaufsliste zum Ausdrucken und meine liebsten Blutzucker-Hacks für Schwangere habe ich dir im Starterkit zusammengestellt. Ohne Panik, ohne Verzicht – damit du nicht jeden Tag neu überlegen musst, was du essen kannst.
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Was gehört sonst in die Kliniktasche?
Die Snacks sind ja nur ein Fach von vielen. Und ehrlich: Beim ersten Kind hatte ich viel zu viel dabei – nur eben das Falsche.
Was braucht man im Krankenhaus zur Geburt wirklich?
Gepackt haben die meisten Hebammen, die ich kenne, die Tasche gern bis etwa zur 36. SSW. Die Basics, die bei mir beide Male wirklich gebraucht wurden:
Dokumente: Mutterpass, Versichertenkarte, Personalausweis und – je nach Klinik – die Unterlagen für die Geburtsanmeldung (z. B. Geburts- oder Heiratsurkunde). Frag am besten beim Anmeldegespräch, was deine Klinik braucht.
Für dich: bequeme Kleidung zum Wechseln, ein weites Shirt oder Nachthemd, Still-BH, große Baumwollunterhosen oder Netzhöschen, Hausschuhe, Haargummis, Lippenpflege und ein extralanges Ladekabel (die Steckdose ist garantiert hinter dem Bett).
Für das Baby: ein Outfit für den Heimweg, eine Mütze, je nach Jahreszeit ein warmer Overall – und die Babyschale, die schon im Auto montiert ist.
Und: deine Snacktasche, deine Trinkflasche mit Strohhalm und der Last-Minute-Zettel am Kühlschrank.
Checkliste für die Geburt: mein Packlisten-Trick
Beim zweiten Kind wollte ich nicht wieder drei Listen aus dem Internet zusammenbasteln und dann doch das Essen vergessen. Deshalb nutze ich heute einen Packlisten-Generator, der mir eine Liste passend zu unserer Situation erstellt – mit Snacks, Partner-Fach und Last-Minute-Teil.
Du klickst ein paar Fragen an und bekommst eine fertige Packliste für die Kliniktasche zum Abhaken oder Ausdrucken. Mir hat vor allem geholfen, dass ich nicht mehr selbst an alles denken musste – in der 36. SSW mit Schwangerschaftshirn ein echter Segen. Er ist kostenlos und passt für jede Geburt, ob erstes oder drittes Kind.
Kleiner Nachteil: Ganz individuelle Wünsche deiner Klinik musst du trotzdem selbst ergänzen.
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Was ich heute anders mache
Bei der zweiten Geburt ging es bei 40+0 nachts um halb zwei los. Diesmal stand neben der Kliniktasche eine zweite, kleinere Tasche mit der Aufschrift „Essen“ (ja, mit Edding). Und die Nacht war eine völlig andere.
Mein Mann hat in der Wartephase einen Beutel Nüsse und ein Käsebrot gegessen, statt drei Mal zum Automaten zu laufen. Er war bei mir. Ich hatte zwischendurch einen Dattelriegel und viel Wasser aus der Strohhalmflasche* – nach Rücksprache mit meiner Hebamme, die das ganz entspannt gesehen hat. Und eine Stunde nach der Geburt, als der große Hunger kam, lagen auf meinem Bauch ein Baby und neben mir ein aufgetautes Vollkornbrot. Ich hätte heulen können vor Glück. (Ich habe auch geheult. Aber das lag vermutlich an den Hormonen.)
Was sich für mich verändert hat, ist vor allem die Haltung. Ich muss die Geburt nicht „ernährungstechnisch optimieren“. Ich muss nur dafür sorgen, dass in den vielen Stunden drumherum niemand hungrig, durstig und gereizt ist. Das ist kein Projekt. Das ist eine Tasche.
💛 Meine Tipps für dich, wenn du gerade deine Kliniktasche packst
1. Pack eine eigene Snacktasche – getrennt von Kleidung und Babysachen, damit dein Partner sie auch nachts im Halbdunkel findet.
2. Kombiniere süß mit satt: Datteln nie allein, sondern mit Nüssen; Knäcke mit Nussmus. So hält die Energie länger.
3. Schreib einen Last-Minute-Zettel für den Kühlschrank und das Gefrierfach. Im Ernstfall denkt niemand klar.
4. Denk an deinen Partner: Plane für ihn mindestens so viel ein wie für dich.
5. Frag beim Anmeldegespräch nach, wie deine Klinik es mit Essen und Trinken unter der Geburt hält – dann musst du dir darüber keine Gedanken mehr machen.
⚕️ Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche oder hebammliche Beratung. Bei Fragen zur Gesundheit deines Kindes oder zu dir wende dich bitte an eine Fachperson. Ob und was du während der Geburt essen und trinken kannst, besprichst du bitte mit deiner Hebamme und deiner Klinik. Bei Schwangerschaftsdiabetes, Unverträglichkeiten oder Allergien stimme deine Snackauswahl mit deinem Diabetesteam bzw. deiner Ärztin ab.
Was mir beim Packen noch geholfen hat
Zwei Boxen mit Fächern – eine für mich, eine für meinen Mann. Darin waren Nüsse, Datteln, Energy Balls und gefriergetrocknete Früchte getrennt, nichts wurde zerdrückt, und wir mussten nachts keine raschelnden Tüten öffnen. Im Wochenbett wurde meine Box dann zur Stillsnack-Box, und heute nehmen wir sie für Ausflüge mit den Kindern. Ehrlicher Nachteil: Das ist eine Box mehr in der Tasche – wer extrem platzsparend packen muss, nimmt lieber kleine Zipbeutel.
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Du bist bis hierher dabeigeblieben – dann bist du wahrscheinlich jemand, der gern vorbereitet ist. 💛
Wenn du in deiner Schwangerschaft mit Schwangerschaftsdiabetes zu tun hast, möchte ich dir noch etwas mitgeben: Die zwölf Snacks oben sind meine Kliniktaschen-Auswahl. Die Snacks, die mich durch den ganz normalen Alltag mit Diagnose getragen haben – eingebettet in einen 7-Tage-Plan mit allen Mahlzeiten, einer Einkaufsliste zum Ausdrucken und kleinen Motivations-Impulsen für die Tage, an denen es sich schwer anfühlt –, findest du in meinem Starterkit. Damit du die letzten Wochen vor der Geburt mit etwas weniger Kopfkino verbringst.
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Häufige Fragen
Was braucht man im Krankenhaus zur Geburt an Snacks und Getränken?
Bewährt haben sich bei mir lange haltbare, sättigende Snacks ohne Zuckerzusatz: Nüsse in Mini-Portionen, Dattel-Nuss-Riegel, Knäckebrot mit Nussmus und gefriergetrocknete Früchte. Dazu eine Trinkflasche mit Strohhalm und ungesüßter Tee in der Thermoskanne. Gekühltes und Eingefrorenes (Brote, Energy Balls, Käse) kommt auf einen Last-Minute-Zettel und erst kurz vor der Abfahrt in die Tasche. Und plane deinen Partner unbedingt mit ein.
Welche Snacks für den Kreißsaal sind bei Schwangerschaftsdiabetes sinnvoll?
Oft unkompliziert sind Nüsse, Käse, geröstete Kichererbsen und Vollkornbrot. Datteln, Trockenobst und Kokoswasser enthalten natürlichen Zucker – ob und wie viel davon für dich passt, klärst du am besten vorher mit deinem Diabetesteam. Frag dort auch, wie Blutzuckermessung und Insulin rund um die Geburt bei dir geplant sind.
Darf ich während der Geburt etwas essen?
Das entscheiden deine Klinik und deine Hebamme – je nach Situation und Geburtsverlauf. Sprich das am besten schon beim Anmeldegespräch oder mit deiner Vorsorge-Hebamme an. Deine Snacks sind trotzdem nie umsonst: Wartezeit, Partner und die Stunden nach der Geburt brauchen sie in jedem Fall.
Wann sollte ich die Snacks für die Geburt einpacken?
Ich habe die haltbaren Snacks zusammen mit der restlichen Kliniktasche in der 36. SSW gepackt. Achte auf das Mindesthaltbarkeitsdatum und darauf, dass nichts schmilzt oder zerdrückt wird. Energy Balls und belegte Brote habe ich in der 37. und 38. SSW vorbereitet und eingefroren. Wenn dein Termin näher rückt oder sich verschiebt, kontrolliere die Tasche einmal kurz.
Was, wenn ich am Ende gar keinen Hunger habe?
Das ist völlig normal – manche Frauen haben unter der Geburt überhaupt keinen Appetit, andere schon. Nichts davon ist falsch. Dann isst eben dein Partner, und spätestens im Wochenbett wird nichts übrig bleiben. Versprochen.
*Es handelt sich um einen Affiliate-Link. Wenn du darüber etwas kaufst, erhalte ich eine kleine Provision, die mir hilft, die Hosting-Kosten meines Blogs zu decken – für dich bleibt der Preis selbstverständlich gleich.












